Fedora LiveCDs
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Mit Fedora 7 wurden erstmals zwei LiveCDs (einmal mit GNOME, einmal mit KDE) geben, mit der man die Distribution ohne Installation einfach ausprobieren kann. Die Varianten für i386 passen dabei noch auf eine CD, x86_64 benötigt schon eine (Mini-)DVD.
Im Folgenden sollen die CDs an sich sowie die Hauptunterschiede zu einer "normalen" Installation beschrieben werden, gefolgt von einer kurzen Installationsanleitung.
Inhaltsverzeichnis |
Features
- Alle Programme sind Live von CD/DVD und ohne Installation benutzbar
- Bei einem Gigabyte Arbeitsspeicher besteht die Möglichkeit, die komplette CD zu laden (diese wird anschließend ausgeworfen und das Laufwerk kann andersweitig benutzt werden)
- Mit gparted und den ntfsprogs können bestehende NTFS-Partitionen vor der Installation verkleinert werden
- Bei entsprechend unterstützter Grafikkarte sind compiz (Gnome-CD) bzw. beryl (KDE-CD)) direkt von CD benutzbar.
- Bei einer Festplatteninstallation hat man innerhalb kürzester Zeit ein lauffähiges System
- Es besteht auch die Möglichkeit, auf einen USB-Stick zu "installieren". Diese Installation verhält sich aber wie die LiveCD selbst (es können also keine Pakete dauerhaft installiert werden)
- Mittels yum/pirut können Pakete aus dem Internet nachinstalliert werden (diese sind aber nicht bei einer späteren Festplatteninstallation vorhanden)
Limitierungen
| | <b>Achtung:</b> Die LiveCDs funktionieren dabei nicht auf einer i586-Architektur. |
Das größte Problem bei den LiveCDs ist der Platz. Daher sollen nun einmal die größten Unterschiede zu einer "Standardinstallation" des jeweiligen Desktops beschrieben werden.
GNOME:
- Anstatt OpenOffice.org werden Abiword und Gnumeric mitgeliefert
- Tomboy, xsane, hplip fehlen (neben einigen weiteren Paketen)
KDE:
- Anstatt OpenOffice.org werden Teile von Koffice mitgeliefert (u.a. kword, kspread, kpresenter)
- Anstatt Firefox ist Konqueror der Standardbrowser
- Anstatt Evolution ist Kmail/Kontact das Standardemailprogramm
- Anstatt gdm wird kdm benutzt
- Die offizielle CD ist nur in Englisch. Es gibt aber eine inoffizielle Variante in deutscher Lokalisierung.
- Die deutsche LiveCD muss aus Platzgründen auf einige Pakete der offiziellen Fassung verzichten.
Benutzung der LiveCDs
Um die LiveCDs verwenden zu können, muss sichergestellt werden, dass beim Rechnerstart von CD/DVD gebootet wird. Ist dies geschehen, erwartet einen der folgende Bootbildschirm mit drei Auswahlmöglichkeiten:
- Run from image
- Hierbei wird ganz normal von CD gestartet.
- Run from RAM - requires 1 GB+
- Die CD wird erst in den Arbeitsspeicher kopiert und ausgeworfen, bevor der Bootvorgang weitergeht. Hierfür müssen mindestes 1 GB RAM vorhanden sein.
- Verify and run from image
- Wie der erste Punkt, nur dass die CD vorher noch auf Fehler überprüft wird.
Wenn eines davon ausgewählt wurde, beginnt der normale Start der LiveCD. Dieser unterscheidet sich prinzipiell nicht von einer Festplatteninstallation. Lediglich einige Dienste (ssh, crond, atd, readahead_early, readahead_later, anacron, yum-updatesd, rhgb) sind auf der LiveCD deaktiviert.
Bei der KDE-LiveCD wird man automatisch in KDE eingeloggt, bei der Gnome-LiveCD kommt man zuerst zum gdm bei dem man am besten die Sprache gleich auf Deutsch einstellt:
Der normale User auf der LiveCD heißt dabei "fedora", man kann sich aber auch mit einem Doppelklick auf die dargestellte Auswahl direkt einloggen. Wie für root ist kein Passwort vergeben.
Hat alles geklappt, befindet man sich nun auf dem Desktop der LiveCD und kann sich diese dabei erstmal in aller Ruhe anschauen:
Installation
| | <b>Achtung:</b> Mit den LiveCDs lassen sich nicht schon bestehende Installationen aktualisieren. Sie bieten nur die Möglichkeit einer Neuinstallation. |
Die LiveCDs lassen sich dabei auch direkt auf die Festplatte installieren. Dadurch, dass ebenfalls Anaconda benutzt wird, ist dabei auch kaum ein Unterschied zu einer herkömmlichen Installation festzustellen. Sie läuft dabei aber in einem Fenster, so dass nebenbei noch weiter Musik gehört oder ein Spiel gespielt werden kann. Der größte Unterschied ist aber, dass man keinen Einfluss auf die zu installierenden Pakete nehmen kann. Die LiveCD wird quasi 1:1 auf die Festplatte installiert. Da sich die Installation von der Gnome- bzw KDE-LiveCD nicht unterscheiden, wird hier nur eine Variante exemplarisch vorgestellt.
| Installation der LiveCD auf die Festplatte | |
|---|---|
| Dies ist nur der Begrüßungsbildschirm. | |
| Die Tastatur sollte schon auf Deutsch eingestellt sein. Falls nicht, kann man dies hier nachholen. | |
| Die gewohnte Partitionierungsauswahl. | |
| Man kann auch sein eigenes Layout kreieren. | |
| Die Installation des Bootloaders grub. | |
| Konfiguration des Netzwerkes. | |
| Auswahl der Zeitzone. Falls man noch Windows auf dem PC hat, sollte der Haken bei Systemuhr verwenden UTC entfernt werden. | |
| Das Passwort für den Benutzer root muss mindestens sechs Zeichen lang sein. | |
| Abschließend muss noch bestätigt werden, dass es losgehen kann.
Achtung: Bei der KDE-LiveCD kann es bei manchen Monitoren vorkommen, dass nach diesem Punkt der Bildschirm schwarz wird. Betätigt dann einfach eine beliebige Taste oder bewegt die Maus, um das Bild wieder anzuzeigen. | |
| Danach wird das Image direkt auf die Festplatte übertragen. | |
| Ist alles geschafft, beendet ein Druck auf Schließen das Installationsprogramm. Es wird dabei allerdings nicht automatisch neu gestartet. | |
Nach abgeschlossener Installation wird das System dabei nicht automatisch neu gestartet, so dass man sich noch weiter auf der LiveCD umsehen kann. Auszuschalten lässt diese sich wie bei einer normalen Installation über die entsprechenden Menüpunkte.
Nach dem ersten Boot ins neue System erwartet einen dann die Konfiguration von firstboot bei der noch einige weitere Einstellungen getroffen werden müssen. Dieses ist aber selbsterklärend und wird an dieser Stelle nicht weiter beschrieben.
Eindeutschen der englischen KDE-LiveCD
Wer sich nicht die deutsche Variante, sondern die offizielle englische KDE-LiveCD heruntergeladen hat, benötigt nach der Installation noch einige weitere Schritte, um diese auf Deutsch umzustellen. Die folgenden Schritte sind dabei nach dem Boot in die Festplatteninstallation durchzuführen:
1. Nachinstallation der deutschen Sprachpakete:
2. Umstellung der Systemsprache mittels system-config-language
3. Umstellung des Tastaturlayouts
Wenn gewünscht können im KDE-Kontrollzenter dann noch einige weitere Einstellungen getroffen werden, wie z.B. die Umstellung der Währung, des Zeitformats usw:
kcmshell language
Nach einem erneuten Einloggen in KDE ist die Sprache dann umgestellt, nach einem Reboot das ganze System.
Tipps & Tricks
Mithilfe einiger Bootparameter kann etwas Einfluss auf den Start und die Funktionsweise der LiveCDs genommen werden. Diese Bootparameter sind nicht offiziell dokumentiert, da es sich um Hilfen für die Entwickler handelt. Obwohl sie zwar i.d.R. gut funktionieren, können ein Einzelfällen evtl. trotzdem Probleme auftreten. Um einen Bootparameter einzugeben, muss am Bootprompt der LiveCDs die TAB-Taste gedrückt und der Parameter hinter die aktuelle Zeile geschrieben werden (Achtung: englisches Tastaturlayout). Die Bootparameter im Einzelnen sind:
xdriver: Mit diesem Parameter kann ein Grafikkartentreiber voreingestellt werden. Beispiel: xdriver=vesa
liveinst/textinst: Mit diesen Parametern startet eine (grafische/textbasierte) Installation ohne Laden der grafischen Oberfläche. Nach der Installation startet die CD aber normal weiter.
Siehe auch
Links

