Fehlende Multimediafunktionen nachrüsten NEU

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Dieser Artikel ist Teil der Tipps & Tricks Sammlung

Diese Anleitung beschreibt, wie unter Fedora diverse Multimediafunktionen schnell und einfach nachgerüstet werden können.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Fedora verzichtet aufgrund von rechtlichen Grauzonen auf das Mitliefern von patent- und/oder lizenzrechtlich fragwürdigen Programmen und Bibliotheken. Von Haus aus kann z. B. keine MP3-Datei und kein MPEG2-Video wiedergegeben werden. Die Pakete, die dafür in Fedora enthalten sind (wie totem oder xmms), wurden ohne entsprechenden Support kompiliert.

Wichtig Wichtig:

Das Abspielen von kopiergeschützten DVDs ist nur mit einer speziellen Bibliothek möglich, die – technisch gesehen – den Kopierschutz umgeht. Da dieses Vorgehen nach aktuellem deutschen Urheberrecht nicht erlaubt ist, können wir diese Bibliothek hier auch nicht eintragen. Mehr Informationen dazu findet man in der Wikipedia.

Auch fehlen nette Kleinigkeiten wie Flash-Unterstützung für Webbrowser, der RealPlayer, der Adobe Reader, unrar und unace, die zwar für Linux veröffentlicht wurden und frei herunterladbar sind, aber Fedora ebenfalls nicht beiliegen, da sie keine freie Software sind. Diese werden hier ebenfalls angesprochen.

Software-Installation

Es gibt aber für viele Programme entsprechende Plug-ins, die vor allem in das auf Fedora aufbauende Repository von Livna integriert wurden. Der Einfachheit halber ist hier nochmals die Installation des Livna-Repositories beschrieben:

Fedora 7:

[root]# rpm -ivh http://rpm.livna.org/livna-release-7.rpm

Fedora Core 6:

[root]# rpm -ivh http://rpm.livna.org/livna-release-6.rpm

Fedora Core 5:

[root]# rpm -ivh http://rpm.livna.org/livna-release-5.rpm

Möchte man auch noch das Flash-Plugin installieren, muss man das Flash-Plugin-Repository installieren. Der Artikel Liste der Repositories erklärt das Hinzufügen weiterer Repositories.

Achtung Achtung: Beim Mischen von verschiedenen Repositories sollte beachtet werden, dass dabei auch Kompatibilitätsprobleme zwischen diesen auftreten können. Daher sollte zuvor der Artikel Kompatibilität der verschiedenen Repositories herangezogen werden.

Danach kann man das gewünschte Paket mit dem Befehl

[root]# yum install Paketname

installieren. Den passenden Paketnamen kann man einer der folgenden Tabellen entnehmen:

Desktopumgebungen

Die beiden großen Desktopumgebungen, GNOME und KDE, bringen auch von Haus aus in ihrer Basisdistribution einige Programme für Multimediaunterstützung mit.

GNOME

Name des Paketes: gstreamer-plugins-ugly
Zusätzliche Pakete: gstreamer-plugins-bad, gstreamer-ffmpeg
Betroffene Programme: rhythmbox, totem, soundjuicer
Anmerkungen: In dem Paket gstreamer-plugins-ugly befinden sich die Codecs, die nicht frei verbreitet werden können, da sie z.B. durch Patente betroffen sind (wie MP3, MPEG). In gstreamer-plugins-bad sind noch einige weitere Codecs enthalten, die nicht so gut getestet sind. Darunter wäre z.B. auch die Quicktime-Unterstützung.

Durch die erweiterten gstreamer-Pakete werden auch weitere Anwendungen aufgewertet, die nicht Teil des GNOME-Desktops sind. Diese sind unter unter dem Punkt gstreamer aufgeführt.

KDE

Name des Paketes: kdemultimedia-extras-nonfree
Betroffene Programme: noatun, kaboodle, juk (und weitere)
Anmerkungen: Das Paket kdemultimedia-extras-nonfree wertet die Multimediaunterstützung nur für offizielle KDE-Programme (d.h. Programme der KDE-Basisdistribution) auf. Dazu gehören z.b. nicht kaffeine und amarok, die zudem noch die xine-lib als Backend benutzen. Dafür wird "xine-lib-extras-nonfree" benötigt.

XFCE

Vorgeschlagene Pakete: gstreamer-plugins-ugly
Anmerkung: XFCE selbst bringt bei Fedora kein eigenes Multimediaprogramm mit. Daher kann für die Desktopumgebung selbst auch keine Multimediaunterstützung nachgerüstet werden. Normalerweise werden bei XFCE aber GTK2-basierende Programme eingesetzt, die oftmals aus dem Gnome-Desktop kommen. Diese benutzten oftmals gstreamer als Backend, weswegen gstreamer-plugins-ugly eine gute Wahl ist, aber nicht zwangsläufig alles abdecken muss.

Bibliotheken

Mit Bibliotheken sind Backends gemeint, die von verschiedenen Programmen für die Multimediaunterstützung oder die Dekodierung von Multimediadateien genutzt werden können. Der Vorteil in der Nutzung einer solchen Bibliothek liegt darin, dass das Programm sich dann selbst nicht mehr um diese Eigenschaft kümmern muss. Die verbreitesten Backends sind hier gstreamer, welches oftmals von GTK2-basierenden Anwendungen benutzt wird und auf dem GNOME-Desktop Standard ist, und die xine-lib.

gstreamer

Name der Pakete: gstreamer-plugins-ugly, gstreamer-plugins-bad, gstreamer-ffmpeg
Betroffene Pakete: rhythmbox, totem, soundjuicer, serpentine, listen, quod libet
Anmerkung: In dem Paket gstreamer-plugins-ugly befinden sich die Codecs, die nicht frei verbreitet werden können, da sie z.B. durch Patente betroffen sind (wie MP3, MPEG). In gstreamer-plugins-bad sind noch einige weitere Codecs enthalten, die nicht so gut getestet sind. Darunter wäre z.B. auch die Quicktime-Unterstützung.

xine-lib

Name des Paketes: xine-lib-extras-nonfree
Betroffene Programme: amarok, kaffeine, xine, gxine, totem-xine (u.a.)
Anmerkungen: Die xine-lib wird von vielen Multimediaanwenungen als Backend benutzt. In Fedora ist der problematische Teil allerdings aus dem normalen Paket entfernt worden. Diese Codecs können durch dieses einzelnen Paket einfach nachgerüstet werden.


Einzelne Programme

Manche Programme benötigen auch speziell auf sie abgestimmte Pakete und haben keinen Vorteil durch die Installation einer Bibliothek. Diese werden hier genannt.


audacious

Name der Pakete: audacious-plugins-nonfree-aac, audacious-plugins-nonfree-alac, audacious-plugins-nonfree-lame, audacious-plugins-nonfree-mms, audacious-plugins-nonfree-mp3, audacious-plugins-nonfree-tta, audacious-plugins-nonfree-wma
Zusätzliche Pakete: audacious-plugins-vortex, audacious-plugins-wavpack
Anmerkung: Die Plugins für AAC, ALAC (Apple Losless Audio Codec), MMS (MMS-Streams), MP3, TTA und WMA bieten die Möglichkeit, diese unfreien Codecs abzuspielen. Die Plugins für Vortex und Wavpack werden hier noch als freie Alternativen aus dem offiziellen Repository für Fedora genannt. Das Plugin lame bietet die Möglichkeit, MP3-Dateien direkt auf die Festplatte zu schreiben.

k3b

Name des Paketes: k3b-extras-nonfree
Anmerkungen: Mit diesem Paket können MP3-Dateien und Daten, die von ffmpeg direkt behandelt werden können, direkt gebrannt werden.

xmms

Name des Paketes: xmms-mp3
Anmerkungen: Dieses Paket lässt den Dinosaurier unter den Linxaudioplayern auch direkt mit MP3 umgehen.

Einzelne Multimediaanwendungen

Neben der Erweiterung von bestimmten Paketen um MP3-Unterstützung gibt es bei Livna zudem auch einzelne Multimediaanwendungen, die hier gesondert genannt werden sollen.

FFMPEG

Name des Paketes: ffmpeg
Anmerkungen:

Flash

Name des Paketes: flash-plugin
Benötigtes Repository: Flash-Plugin-Repositoy
Anmerkungen: Durch die Installation des Flash-Plugins sind die gängigen Browser in der Lage, Flash wiederzugeben. Dazu muss vorher aber das Flash-Plugin-Repository hinzugefügt werden.

LAME

Name des Paketes: lame
Anmerkungen: Mit dem Lame-Codec können WAV-Dateien in das MP3-Format konvertiert werden. Dieser kann zudem auch in viele Konvertierungsprogramme eingebunden werden.

Mplayer

Name des Paketes: mplayer
Zusätzliche Pakete: mplayer-gui , mplayer-fonts , mencoder, mplayerplug-in
Anmerkungen: Der mplayer ist ein Allekönner unter den Abspielprogrammen. Es gibt kaum eine Multimediadatei, mit der er nicht umgehen kann. Die zusätzlichen Pakete stellen dabei eine GUI (mplayer-gui), zusätzliche Schriftarten für Untertitel und das OSD (mplayer-fonts), eine Einbindung in den Firefox (mplayerplug-in) und die Möglichkeit, selber Dateien zu codieren (mencoder)

Normalize

Name des Paketes: normalize
Betroffene Anwendungen: k3b
Anmerkungen: Mithilfe des Befehls normalize können Musikdateien auf eine einheitliche Lautstärke gebracht werden.

OGM Tools

Name des Paketes: ogmtools
Anmerkungen: Mit den ogmtools können Videodateien im Containerformat OGM erstellt werden.

RealPlayer

Anmerkung: Die Installation des RealPlayers ist auf einer eigenen Unterseite beschrieben.

totem-xine

Name des Paketes: totem-xine
Zusätzliche Pakete: totem-xine-mozplugin
Anmerkungen: Das Paket totem-xine stellt eine Alternative zum herkömmlichen totem dar. Der Unterschied zwischen diese beiden liegt darin, dass anstatt des gstreamer-Frameworks die xine-lib benutzt wird. Allerdings stehen totem und totem-xine (ebenso wie das Plugin) im Konflikt miteinander, weswegen totem vorher entfernt werden muss.

VLC

Name des Paketes: vlc
Zusätzliche Pakete: mozilla-vlc
Anmerkungen: Der VideoLan Client (VLC) ist ein weiterer Alleskönner unter den Multimediaabspielprogrammen. Dadurch, dass er seine eigenen Codecs mitbringt, ist er zudem unabhängig von den anderen Programmen. Das Zusatzpaket mozilla-vlc bindet den VLC zudem in mozillabasierende Browser ein.

VCDImager

Name des Paketes: vcdimager
Anmerkung: Mit dem VCDImager können aus MPEG-Dateien CD-Images im BIN/CUE-Format erstellt werden, die von den gängigen Brennprogrammen (z.B. cdrecord/wodim, k3b) gebrannt werden können

Xine

Name der Pakete: xine, xine-lib-extras-nonfree
Zusätzliche Pakete: xine-plugin
Alternative Pakete: gxine, gxine-plugin
Anmerkung: Neben der von vielen Anwendungen benutzten xine-Bibliothek (xine-lib, s.o.), gibt es auch ein eigenes Frontend für xine. Dieses muss aber auch durch xine-lib-extras-nonfree mit MP3-Unterstützung erweitert werden. Das xine-plugin bietet zudem ein Plugin für mozillabasierende Browser.

gxine (mit dem zugehörigen Browserplugin gxine-plugin) ist eine GTK2-basierende Alternative zu xine, die aber auch durch xine-lib-extras-nonfree aufgewertet werden muss.

Einfache Installationsvariante

Viele der hier benötigten Pakete können durch die Fedoraforum.de-Installationshilfe auf einfache grafische Weise installiert werden.

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